OBU-Display mit Anzeige der Gewichtsklasse
10.10.2019 | Stephanie Kunert

OBU und digitaler Tachograph: Was sind Gemeinsamkeiten und Unterschiede?

Fahrtenschreiber gab es in den Fahrzeugen der Mautkunden schon immer. Doch spätestens seit der neuesten Generation des digitalen Tachographen, die seit Juni 2019 in Neufahrzeugen verbaut wird, kommen sich die beiden Geräte näher. Woran liegt das?

Digitaler Tachograph im Lkw

Der Tachograph ist ein Fahrtenschreiber, der für gewerblich genutzte Fahrzeuge ab 3,5 Tonnen vorgeschrieben ist. Früher mechanisch, jetzt digital zeichnet er während der Fahrt verschiedene Parameter auf. So können Unternehmer und Kontrollbehörden zum Beispiel feststellen, welcher Fahrer wie lange am Steuer gesessen hat und wie schnell das Fahrzeug unterwegs war. Daraus lässt sich ableiten, ob die Lenk- und Ruhezeiten sowie die zulässige Lkw-Geschwindigkeit eingehalten werden – zur Sicherheit des Fahrers und der anderer Verkehrsteilnehmer.

Digitaler Tachograph: vierte Generation im Markt

Seit Juni 2019 ist die vierte Generation der digitalen Tachographen in neu zugelassenen gewerblichen Fahrzeugen ab 3,5 Tonnen Pflicht. Die neuen Geräte  sind mit einem Empfänger für GNSS-Satellitensignale und einer DSRC-Schnittstelle ausgestattet.  Für Kontrollen müssen die Fahrer nicht mehr anhalten, weil die Kontrolldaten beim Überholen durch das Bundesamt für Güterverkehr ausgelesen werden können, via DSRC – so wie bei den Mautkontrollfahrzeugen.

Die neue Generation des digitalen Tachographen zeichnet auch Positionsdaten auf: bei Start und Ende der Schicht und nach drei Stunden Fahrzeit. Die Geräte sind so gegen Manipulation der aufgezeichneten Streckenlänge besser geschützt. Gleichzeitig können die Positionsdaten auch für Flottenmanagement-Systeme genutzt werden. Insgesamt stellt der neue Tachograph mehr als 70 Informationen über eine standardisierte Schnittstelle für andere Systeme bereit.

Weitläufige Verwandschaft zwischen den Geräten

Digitaler Tachograph

Dem neuen Tachographen fehlen allerdings eine Mobilfunkschnittstelle und die Möglichkeit,  Software-Updates per Funk zu übertragen. Bei der OBU ist dies Standard. Außerdem orientieren sich die beiden Geräte an anderen gesetzlichen Vorgaben. Beim digitalen Tachographen sind es Vorschriften der Europäischen Union, genauer gesagt, die Anforderungen aus der EU-Tachographen-Verordnung.

Sie kombiniert Sicherheitsstandards und die Bedürfnisse der Fahrzeug- und Flottenbetreiber. Für die OBU gelten deutsche Gesetze und Richtlinien. Gerade der letzte Punkt macht es eher unwahrscheinlich, dass aus der weitläufigen Verwandtschaft der beiden technisch durchaus ähnlichen Geräte in der näheren Zukunft eine innige Verschmelzung wird.

Ab 2021 sollen digitale Tachographen in der Lage sein, das tatsächliche Gewicht des Fahrzeugs zu ermitteln.

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