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08.05.2018 | Oliver Jesgulke

Toll Collect-Servicepartner: Im Einsatz für die Mautausweitung

Mit Ausdehnung der Lkw-Maut zum 1. Juli 2018 werden knapp 40.000 Kilometer Bundesstraßen gebührenpflichtig. Eric König vom Toll Collect-Servicepartner ght in München ist in ganz Bayern unterwegs, um Betriebe und Selbstständige für das Thema zu sensibilisieren.

Mit der Mautausweitung sind künftig Betriebe mautpflichtig, die vorher damit noch nicht in Berührung kamen. „Selbstständige, die in Zukunft regelmäßig zahlen müssen, empfehlen wir den rechtzeitigen Einbau einer OBU“, sagt Eric König,  Niederlassungsleiter der ght München, einem der rund 1.200 Toll Collect-Servicepartner im In- und Ausland. „Wer sich hierfür entscheidet, sollte sich aber rechtzeitig bei seinem örtlichen Servicepartner melden, da wir vor und nach dem 1. Juli 2018 mit vollen Auftragsbüchern rechnen.“

Eric König vom Toll Collect-Servicepartner ght in München auf derm Betriebsgelände. Foto: Frank Boxler

Eric König vom Toll Collect-Servicepartner ght in München auf derm Betriebsgelände. Foto: Frank Boxler

Von Lagerengpässen geht König allerdings nicht aus. Er hat die Lagerbestände genau im Blick, und eine OBU wird in der Regel 48 Stunden nach Bestellung geliefert. Der 48-Jährige ist seit 2002 dabei und heute erster Ansprechpartner im Unternehmen für das Thema Maut. „Ich habe die Maut von der Kinderwiege auf miterlebt.“ Schon 2004 betreute er zusammen mit weiteren Kollegen zum Start des Mautsystems die Telefonhotline im Auftrag von Toll Collect am damaligen Standort in Bonn.

Ansturm auf Toll Collect-Servicepartner bisher ausgeblieben

Neben der Zweigstelle in München verfügt ght über einen Hauptsitz in Nürnberg sowie Geschäftsstellen in Bindlach, Weiden, Pentling, Augsburg und Memmingen mit insgesamt 100 Mitarbeitern. Ein Großteil der Belegschaft sind Kfz-Mechatroniker, die in wenigen Stunden, je nach Fahrzeugtyp, eine OBU fachmännisch einbauen. Im vergangenen Jahr haben Königs Kollegen mehrere Tausend Nutzfahrzeuge mit dem Gerät ausgestattet. Bislang ist der große Ansturm auf den Toll Collect-Servicepartner ausgeblieben. „Viele der betroffenen Betriebe wissen noch gar nichts von der Mautausweitung und werden erst kurz vor der Umstellung reagieren“, sagt König. „Das war auch schon 2015 so, als die Mautpflicht auf die vierspurigen Bundesstraßen ausgeweitet und die Mautpflichtgrenze von 12 auf 7,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht gesenkt wurde.“

Einbau beendet: Eric König prüft die neu eingebaute OBU. Foto: Frank Boxler

Immer wieder trifft er auf Meister und Inhaber verschiedener Gewerke, die sich noch nicht mit der Materie beschäftigt haben. „Es gibt einige Bauunternehmen und Zimmerer, die nur auf dem Land unterwegs sind und sich mit ihrem Fuhrpark in einem Umkreis von vielleicht maximal 50 Kilometern bewegen. Die wollen wir jetzt erreichen“, so König.

Informationsveranstaltungen vor Ort

Daher sind Eric König und seine ght-Kollegen derzeit dabei, Informationsveranstaltungen in ganz Bayern mit Innungen unterschiedlichster Branchen zu besuchen. „Wir wollen diejenigen über die Mautpflicht aufklären, die davon ab Juli betroffen sind“, meint der Toll Collect-Servicepartner. Erst kürzlich war er auf zwei gut besuchten Infoabenden der Zimmerer-Innungen in Traunstein und Mühldorf. Demnächst ist er in Erding und Ebersberg bei München.

Eric König bei der Informationsveranstaltung zur Lkw-Maut auf allen Bundesstraßen in Erharting bei der Zimmererinnung. Foto: Frank Boxler

„Natürlich sind nicht alle Besucher von der Gesetzesänderung begeistert. Da ist man am Anfang auch ein Stück weit Ventil. Dann wird die Diskussion aber sehr schnell sachlich, und wir müssen viele Fragen beantworten – angefangen bei den Kosten über den Einbau und die Nutzung.“ Eric König ist auch in den kommenden Monaten im Auftrag der Mautausweitung unterwegs. „Wir hören mit unseren Veranstaltungen nicht einfach zum Stichtag im Juli auf. Das wird sich noch weit über das Jahr hinausziehen. Darauf sind wir aber vorbereitet.“

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