Ein weißer Lkw fährt auf einer Autobahn
12.04.2021 | Claudia Steen

Neuer Report „Mautnetz und Lkw-Verkehr“ erschienen

Der neue Report „Mautnetz und Lkw-Verkehr“ berichtet über die Entwicklung der Fahrleistungen mautpflichtiger Fahrzeuge zwischen September und Dezember 2020, ein Jahr Hochmoselbrücke und zeigt, dass das Durchfahrverbot auf der B1 in Dortmund eingehalten wird.

Auf Basis anonymisierter Daten aus dem Lkw-Mautsystem hat Toll Collect die Entwicklung der Befahrungen des mautpflichtigen Straßennetzes durch Fahrzeuge und Fahrzeugkombinationen ab 7,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht in Deutschland analysiert. Dabei spielen die Veränderungen des Lkw-Verkehrs unter den Bedingungen der Pandemie eine besondere Rolle. Der Report „Mautnetz und Lkw-Verkehr“ ist auf der Website von Toll Collect veröffentlicht.

Übersicht mautpflichtiges Straßennetz in Deutschland

Übersicht mautpflichtiges Straßennetz

Entwicklung des mautpflichtigen Streckennetzes

Ende 2020 betrug die Länge des mautpflichtigen Straßennetzes 101.718 Kilometer (Summe aus beiden Fahrtrichtungen). Seit seiner Erweiterung auf alle Bundesstraßen Mitte 2018 bewegt es sich auf weitgehend konstantem Niveau. Im Dezember 2019 erreichte das Mautnetz mit 101.845 Kilometern seine bisher größte Ausdehnung, um dann im letzten Jahr um 127 Kilometern zu schrumpfen. Abwidmungen von Teilen des Bundesstraßennetzes bildeten den Hauptgrund dafür. Neueröffnungen von Autobahnabschnitten haben dagegen nur geringfügig zur Netzgröße beigetragen.

Für die Erhebung der Lkw-Maut ist das mautpflichtige Netz in Tarifabschnitte unterteilt. Ende 2020 waren es 142.983. Nur knapp vier Prozent davon sind Autobahnabschnitte. Allerdings findet dort der weitaus größte Teil des Lkw-Verkehrs statt.

OBU-Update

Der meiste Lkw-Verkehr findet auf der Autobahn statt.

Entwicklung des Lkw-Verkehrs

Im Dezember 2020 betrug die Fahrleistung rund 3,12 Mrd. Kilometer. Obwohl das mautpflichtige Autobahnnetz nur rund ein Viertel des Gesamtnetzes ausmacht, generiert es mehr als vier Fünftel der Gesamtfahrleistung. Für Dezember bedeutete dies eine Fahrleistung von 2,56 Mrd. Autobahnkilometer.

Gegenüber dem Vorjahresmonat stieg die Gesamtfahrleistung, trotz Abnahme der Netzlänge und pandemiebedingtem „Lockdown“, unbereinigt um 11,6 Prozent. Auch kalenderbereinigt ist der Anstieg mit 4,1 Prozent im Gesamtnetz noch deutlich ausgefallen. Der vom Bundesamt für Güterverkehr in Zusammenarbeit mit dem Statistischen Bundesamt konzipierte und erstellte monatliche Lkw-Maut-Fahrleistungsindex, der ausschließlich die Fahrleistungen von Lkw mit mindestens vier Achsen auf Bundesautobahnen einbezieht, weist sogar kalender- und saisonbereinigt einen Zuwachs von 6,5 Prozent aus.

Die meistbefahrenen Abschnitte liegen im Bereich der A2 nördlich und östlich von Hannover. Die Top-Fünf-Abschnitte ordnen sich im Bereich mit über 9.000 Befahrungen pro Tag ein. Im Vergleich zu einem durchschnittlichen Autobahnabschnitt weisen sie damit in etwa das Dreieinhalbfache an Befahrungen auf. Ein sehr stark befahrener Abschnitt wird im Durchschnitt alle acht Sekunden von einem mautpflichtigen Lkw befahren. Je nach Wochentag können sich die Werte sogar noch extremer darstellen. Zumeist an Donnerstagen liegt die Befahrungszahl bis zu 60 Prozent über dem Tagesmittelwert. Damit zeigt sich das gleiche Ergebnis wie bereits in den beiden ersten Ausgaben des Reports „Mautnetz und Lkw-Verkehr“, die im vergangenen Jahr erschienen sind.

Die fünf meistbefahrenen Streckenabschnitte auf den Bundesstraßen liegen auf der B10 rund um Karlsruhe. Hier sind zwischen 3.500 und knapp 4.000 Befahrungen pro Tag zu verzeichnen. Diese Werte entsprechen ebenfalls den Ergebnissen der Analysen in den bereits vorliegenden Reports.

Ein Jahr Hochmoselbrücke

Verglichen wurden die Befahrungen von Ende 2019 und Ende 2020. Die Akzeptanz dieser – auch für den internationalen Transport – wichtigen Verkehrsverbindung hat sich innerhalb eines Jahres deutlich gesteigert. Der Tagesdurchschnitt, inklusive Wochenenden, lag Ende 2020 bei rund 1.300 Befahrungen. Im Vorjahreszeitraum lag dieser noch bei rund 700 Befahrungen. An Spitzentagen waren es Ende 2020 fast 1.900 mautpflichtige Lkw, die das Bauwerk überquerten. Daraus kann abgeleitet werden, dass Nutzer – trotz der heute gängigen Unterstützung durch Routenplaner und Navigationsgeräte – neue Strecken erst nach mehreren Monaten annehmen.

Hochmoselbrücke

Panoramablick auf die Hochmoselbrücke

Durchfahrverbot auf der B1 in Dortmund

Anhand der anonymisierten Fahrdaten konnte nachgewiesen werden, dass das eingeschränkte Durchfahrverbot auf der B1 in Dortmund einen Beitrag zur Luftreinhaltung leistet. Dazu wurden die Befahrungen im November 2020 mit dem Vorjahresmonat verglichen. Im Ergebnis befahren rund 300 Lkw weniger die B1. Gleichzeitig ist erkennbar, dass die überwiegende Anzahl der Befahrungen zulässig sind. Das eingeschränkte Durchfahrverbot regelt, dass die Lkw in einem Radius von 75 Kilometer um das Durchfahrverbot herum Fahrtbeginn oder -ende nachweisen müssen. Etwa 8 Prozent der Lkw erfüllten diese Bedingung nicht.

Datenschutz im Mautsystem

Das Bundesfernstraßenmautgesetz regelt die Verwendung von Daten sehr genau. Im Mittelpunkt steht die strikte Zweckbindung aller erhobenen Mautdaten. Sie dürfen ausschließlich für die Erhebung und Abrechnung der Maut, die Kontrolle der Einhaltung der Mautpflicht sowie in anonymisierter Form auch für Geschäftsstatistiken verwendet werden. So basiert der vom Bundesamt für Güterverkehr entwickelte Lkw-Maut-Fahrleistungsindex auf den Daten, die im Lkw-Mautsystem generiert werden. Jede Übermittlung zu anderen Zwecken ist ausdrücklich untersagt. Die Daten sind beschlagnahmefest – keine Ermittlungsbehörde hat Zugriff, egal worum es sich handelt.

Datenschutz bei Toll Collect

Toll Collect selbst hat eine sehr wirksame interne Datenschutzorganisation. Daneben überprüfen sowohl das Bundesamt für Güterverkehr (BAG) im Rahmen der Betreiberüberwachung als auch der Bundesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit, dass die gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden.

Toll Collect hat für das „Datenschutzgerechte Löschen von personenbezogenen Daten“ ein Konzept umgesetzt, das den Anforderungen der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) entspricht. Dieses Konzept ist durch das Deutsche Institut für Normung (DIN) zum Standard DIN 66 398 erklärt worden und damit beispielgebend für Löschkonzepte in der deutschen Wirtschaft.

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