Foto mit Autobahn- und Bundesstraßenschildern
06.05.2019 | Stephanie Kunert

Mautsystem: Kartendaten immer aktuell und präzise

Das 51.000 Kilometer umfassende mautpflichtige Streckennetz lebt: Straßenverläufe ändern sich, neue Abschnitte kommen hinzu, andere entfallen. Deshalb aktualisiert Toll Collect monatlich die Kartendaten, die die Grundlage für die Mauterhebung sind.

Die Updates der Kartendaten passieren zentral im Rechenzentrum. Sie setzen Änderungen um, die aus mehreren Quellen stammen. Von der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) kommt die verbindliche Liste aller mautpflichtigen Strecken. Auf der Internetadresse www.mauttabelle.de listet die BASt alle gebührenpflichtigen Abschnitte in Tabellen auf. Eine Änderung im Streckennetz kann zum Beispiel eine neue Ortsumgehung sein. Wird sie zur Bundesstraße gewidmet, ist sie automatisch mautpflichtig. Auch möglich ist, dass sich die Verkehrsbedeutung eines Streckenabschnitts durch eine Abstufung ändert und er dann nicht mehr mautpflichtig ist.

Mautsystem liefert wichtige Hinweise auf Abweichungen

Weitere notwendige Anpassungen ergeben sich häufig durch Baustellen. Die Daten dazu liefern die Bundesländer über den Mobilitätsdatenmarktplatz. Initiatoren dieser Plattform sind das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur und die BASt. Sie enthält Verkehrsdaten der öffentlichen Hand und der Privatwirtschaft.

Die wichtigste Datenquelle für das Monitoring von Änderungen am Streckennetz ist aber das Mautsystem selbst. Der gesamte Erhebungsdatenstrom wird tagtäglich auf Abweichungen geprüft. Aus den anonymen Daten werden wertvolle Hinweise auf Baustellen, neue Fahrstrecken oder die Nichtbefahrbarkeit bestehender Straßen abgeleitet.

Besonders viele Änderungen enthält schließlich das regelmäßige Update der von einem Kartenanbieter gelieferten Karte. Dazu gehören geänderte Streckenverläufe, Neubauten und sogenannte Attributänderungen wie Geschwindigkeitsklassen, Befahrbarkeitsbeschränkungen und Adressänderungen.

Kartendaten im Wandel

Ein Beispiel: Durch eine Änderung in der Karte verschiebt sich ein Viapunkt minimal. In diesem Fall die Adresse eines Kunden. In der Folge ergibt sich eine völlig neue, kürzere Strecke. Grafik: kaiserwetter

Das Routing im manuellen Verfahren kann sich ändern

Alle diese Aktualisierungen können sich auf das Routing im manuellen Verfahren auswirken. Obwohl die Updates der Kartendaten sehr viele Streckenabschnitte betreffen, sind die tatsächlichen Auswirkungen auf manuelle Buchungen in den meisten Fällen unsichtbar. In einzelnen Fällen kann sich die Routenführung aber deutlich ändern. Einen davon zeigt die abgebildete Karte: Ein Mautkunde bucht regelmäßig eine Strecke, bei der er eine bestimmte Straße als Viapunkt auswählt, zum Beispiel die Adresse eines Lieferkunden. Kleinste Korrekturen in der Karte, wie eine Hausnummernkorrektur oder eine neue Straßeneinmündung, können dazu führen, dass sich eine neue Route ergibt. Kleine Ursache, große Wirkung.

 

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