Kontrollsäule Sarstedt
20.09.2019 | Stephanie Kunert

Lkw Maut-Kontrolle: Maschine und Mensch arbeiten Hand in Hand

Die Lkw Maut-Kontrolle in Deutschland ist Aufgabe von Maschine und Mensch.

Auf der einen Seite kontrollieren 300 Kontrollbrücken und 600 Kontrollsäulen täglich, ob die Lkw-Maut korrekt bezahlt wurde. Auf der anderen Seite bearbeiten die Mitarbeiter in der Toll Collect-Zentrale in Berlin ebenfalls die sogenannten Kontrollfälle. Und: Die Kontrolleure vom Bundesamt für Güterverkehr sind auch mit den Aufgaben der Kontrolle der Lkw-Maut betreut.

BAG kontrolliert auf Straßen und in Betrieben

Bei der Kontrolle der Mautpflicht findet eine Aufgabenteilung zwischen dem Bundesamt für Güterverkehr (BAG) und Toll Collect statt. Das Bundesamt für Güterverkehr kontrolliert Fahrzeuge im fließenden Verkehr sowohl auf Autobahnen als auch auf Bundesstraßen. Außerdem haben die Beschäftigten des BAG die Befugnis, mautpflichtige Fahrzeuge auf Parkplätze auszuleiten und vor Ort zu kontrollieren. Darüber hinaus kann das BAG direkt in den Transportunternehmen Betriebsprüfungen durchführen. Grundsätzlich werden alle Ordnungswidrigkeitsverfahren durch das Bundesamt für Güterverkehr eingeleitet und durchgeführt.

Automatische Maut-Kontrolle durch Toll Collect

Toll Collect wiederum ist für den Betrieb der automatischen Kontrolle durch Kontrollbrücken oder Kontrollsäulen zuständig. Die automatische Kontrolle wird auf Autobahnen mit 300 Kontrollbrücken und auf Bundesstraßen mit rund 600 Kontrollsäulen durchgeführt. Beide Kontrolleinrichtungen funktionieren nach einem ähnlichen Prinzip.

300 Kontrollbrücken übernehmen die automatische Lkw Maut-Kontrolle auf den Autobahnen

Die Kontrollbrücken und -säulen sind stationäre Einrichtungen. Sie kontrollieren im fließenden Verkehr beim Vorbei- bzw. Durchfahren eines Fahrzeuges, ob dieses mautpflichtig ist und die mautrelevanten Fahrzeugdaten korrekt deklariert wurden. Beim Passieren eines Fahrzeuges erstellen die Einrichtungen ein Übersichts-, ein Seitenansichts- und ein Kennzeichenbild.

99 Prozent der Kennzeichen identifiziert

Ist das Fahrzeug mit einer OBU ausgestattet, wird überprüft, ob die OBU erhebungsbereit ist und die Fahrzeugdaten korrekt eingestellt sind. Bei mautpflichtigen Fahrzeugen ohne bzw. mit ausgeschalteter OBU wird anhand des Kennzeichens im Toll Collect-Rechenzentrum festgestellt, ob eine gültige Einbuchung vorliegt.

Tritt der Fall ein, dass die Kontrollstelle das Kennzeichen nicht erkennen kann, gehen die Bilddaten dieses Verdachtsfalls in die Abteilung Sachverhaltsfeststellung in der Toll Collect-Zentrale. Dort sitzen Mitarbeiter, die sich die Fotos des Kennzeichens genau anschauen. Gemeinsam schaffen dann Mensch und Maschine eine Identifizierungsquote von 99 Prozent.

Datenschutz bei der Lkw Maut-Kontrolle

Für die Erfassung der Fahrzeuge durch die Kontrollbrücken und Kontrollsäulen macht das Bundesfernstraßenmautgesetz übrigens strenge Vorgaben. An das Kontrollzentrum weitergeleitet werden ausschließlich Daten von mautpflichtigen Fahrzeugen, bei denen der Verdacht besteht, dass gegen die Mitwirkungspflicht verstoßen wurde, also die Verdachtsfälle. In allen anderen Fällen werden Bild- und Verdachtsfalldaten bereits auf der Kontrollstelle gelöscht.

Besteht der Verdacht auf einen Mautverstoß, führt Toll Collect die erforderlichen Anhörungen und gegebenenfalls Nacherhebungen durch. Ahndungsrelevante Informationen leitet Toll Collect an das BAG weiter. Nach Abschluss des Verfahrens werden diese Daten gelöscht.

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