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26.06.2018 | Stephanie Kunert

Kontrollsäulen – Die Blauen am Straßenrand

Wenn am nächsten Sonntag, den 1. Juli, die Lkw-Maut auf allen Bundesstraßen startet, kommen sie erstmalig zum Einsatz: die Kontrollsäulen an den Bundesstraßen. Warum es sie jetzt gibt und was ihre Aufgabe ist, erklärt der Blogbeitrag.

Kontrollsäulen sind keine Geschwindigkeitsblitzer

In der Öffentlichkeit sind die vier Meter hohen, blauen Säulen schon seit mehreren Monaten ein großes Thema. Denn bereits im August 2016 begann der Aufbau der ersten Test-Kontrollsäulen an den Bundesstraßen. Seitdem wird viel über den Sinn und Zweck spekuliert. Wir wissen, was die Säulen können und sagen deshalb hier noch einmal ganz klar: Die Kontrollsäulen von Toll Collect kontrollieren, ob ein mautpflichtiges Fahrzeug die Maut entrichtet hat oder nicht. Die Säulen erheben nicht die Maut und sie messen auch keine Geschwindigkeit!

Die Kontrollsäule und der Kontrollmix

Die Kontrollsäulen sind ein Bestandteil des Kontrollmix. Der Kontrollmix besteht sowohl aus der automatischen Kontrolle über Säulen auf den Bundesstraßen und Kontrollbrücken auf den Autobahnen, als auch der stationären und mobilen Kontrolle sowie der Betriebskontrolle durch die Mitarbeiter des Bundesamtes für Güterverkehr. Auf den Bundesstraßen ergänzen die Kontrollsäulen die mobilen Kontrollen des Bundesamtes für Güterverkehr. Durch das Zusammenspiel dieser Kontrollarten wird eine wirkungsvolle Kontrolle der Lkw-Maut gewährleistet. Man kann auch sagen: Der Mix macht’s!

Kontrollsäule an den Bundesstraßen im Einsatz

Die Kontrollsäulen an Bundesstraßen sind stationäre Einrichtungen, die seitlich neben der Fahrbahn stehen. Beim Vorbeifahren eines Fahrzeuges kontrollieren die Säulen, ob dieses mautpflichtig ist und ob der Fahrer die Maut korrekt bezahlt hat. Technisch sind die Kontrollsäulen mit ähnlichen Funktionen ausgestattet wie die auf den Autobahnen installierten Kontrollbrücken. Passiert ein Fahrzeug eine Kontrollsäule, entstehen ein Übersichts-, ein Seitenansichts- und ein Kennzeichenbild. Im automatischen Verfahren sendet das Fahrzeuggerät die eingestellten sowie die auf der On-Board Unit gespeicherten Daten an die Kontrollsäule. Für die Richtigkeit der zu übermittelnden Daten sind das Transportunternehmen und der Fahrer verantwortlich.

Rund 600 Kontrollsäulen kontrollieren zukünftig die Lkw-Maut auf Bundesstraßen. Foto: Marco Urban

Rund 600 Kontrollsäulen kontrollieren zukünftig die Lkw-Maut auf Bundesstraßen. Foto: Marco Urban

Sind alle Daten korrekt und wurde die Maut ordnungsgemäß entrichtet, werden die Bilddaten gelöscht. Die Erfassung von Fahrzeugen durch die Kontrollsäule unterliegt den gleichen strengen Vorgaben nach dem Bundesfernstraßenmautgesetz (BFStrMG) wie diejenige durch die Kontrollbrücke.

Das BFStrMG nennt in § 7 Abs. 2 die Daten, die im Rahmen der Kontrolle erhoben werden dürfen. Wie bereits heute leiten die Kontrolleinrichtungen ausschließlich Daten von mautpflichtigen Fahrzeugen ab 7,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht an das Kontrollzentrum weiter. Bei ihnen muss der Verdacht auf einen Mautverstoß bestehen. Hat der Kunde die Maut entrichtet, werden die Daten sofort noch in der Kontrollsäule gelöscht.

Kontrollsäulen stehen auf starkem Fundament

Die Vorarbeiten für die Errichtung der Kontrollsäulen waren sehr umfangreich: Mobilfunkabdeckung und Energieversorgung müssen an jedem Säulenstandort sichergestellt sein. Außerdem waren Verträge mit allen deutschen Bundesländern nötig. Mehr als tausend Genehmigungen von Straßenbau-, Verkehrs- und Umweltschutzbehörden mussten eingeholt werden, um nur einige Beispiele zu nennen.

Für das Fundament der Kontrollsäulen wurden Fertigbauteile genutzt. Das sparte Geld und Zeit. Zwei Kriterien waren für die Entwicklung des Fundaments entscheidend. Toll Collect wollte sich vom Wetter relativ unabhängig machen und vor allem die Aufbauzeiten für die Fundamente verkürzen, um damit auch die Verkehrsbeeinträchtigungen reduzieren zu können. Das Ergebnis: Das Fundament für die Säulen wurde im Betonfertigteilwerk gegossen und kam als Fertigbauteil an den Säulenstandort.

Das Fundament der Kontrollsäule im Querschnitt

Das Fundament im Querschnitt. Grafik: kaiserwetter/Toll Collect

Das Fundament für die Kontrollsäulen besteht aus zwei Teilen. Ein hohler Quader wird in der Erde versenkt und eine Platte wird oben auf die offene Seite des Quaders aufgesetzt. Der Quader hat an drei Seiten Zugänge für Strom und Erdungsanschluss. Das Fundament ist aus Stahlbeton gefertigt. Es ist aus einer Beton-Mixtur hergestellt, die dem Tausalz an der Fahrbahn auf Dauer standhält. Insgesamt sind circa 150 kg Stahl verbaut.

Ring für Ring geht’s hoch auf vier Meter

Sobald die Zustimmung zum Aufbau der jeweiligen Kontrollsäule von der zuständigen Behörde vorlag, begannen die Erdarbeiten für die Anbindung der Kontrollsäule an das Stromnetz. Der Einbau des Fundaments dauerte dann nur noch wenige Stunden. Anschließend konnten die Techniker die grauen, grünen und vor allem blauen Ringe der Kontrollsäule direkt auf die Platte aufsetzen und verschrauben. Bis die stattliche Höhe von vier Metern erreicht war.

Inzwischen sind die Aufbauarbeiten für die 621 Kontrollsäulen auf der Zielgeraden. Denn ab dem 1. Juli 2018 sind sie im Kontrolleinsatz. Die Kontrollsäulen überprüfen, ob für mautpflichtige Fahrzeuge und Fahrzeugkombinationen ab 7,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht die Maut ordnungsgemäß entrichtet wurde.

Kommentare (1)

cornelia bauer
03.07.2018 08:22

Ahh, in den Medien nichts gelesen ....