Für das Mautsystem unterwegs
29.11.2018 | Stephanie Kunert

Für das Mautsystem unterwegs

Das mautpflichtige Streckennetz umfasst 51.000 Kilometer. Zum Mautsystem gehören 300 Kontrollbrücken und aktuell 600 Kontrollsäulen. Es stehen über 1000 Mautstellen-Terminals an Tankstellen und Raststätten. Außerdem hat Toll Collect 1200 zertifizierte Servicepartner im In- und Ausland.

Man sieht also: Um ein Mautsystem zu pflegen und zu betreuen, können die Toll Collect-Mitarbeiter nicht nur an ihren Schreibtischen in der Zentrale in Berlin sitzen. Sie müssen raus auf die Straße. Das übernehmen über 30 Mitarbeiter im Außendienst. Steffen Draheim gehört dazu und ist seit 15 Jahren für Toll Collect und das Mautsystem unterwegs. Sein Lieblingsziel: Italien. Warum das so ist, hat er im Interview verraten.

Lieber Steffen, fährst Du eigentlich gerne Auto?

Das muss ich ja zwangsläufig bei meinem Job. Ich fahre im Jahr circa 60.000 Kilometer mit dem Auto. Das liegt vor allem daran, dass ich – genau wie meine Kollegen im Außendienst – eine große Fläche habe, die ich betreue. In Deutschland sind das Berlin, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Hinzu kommen Österreich, Tschechien und Italien.

Steffen Draheim ist seit 15 Jahren bei Toll Collect im Außendienst tätig.

Seit 15 Jahren für das Mautsystem im Einsatz: Steffen Draheim. Foto: Norbert Michalke

Welche Aufgaben hast Du auf Deinen Reisen?

Ich betreue alle Teile des Mautsystems, die man unterwegs so sehen kann. Beispielsweis fahre ich zu den Mautstellen-Terminals und spreche mit den Tankstellenpächtern vor Ort, um offene Fragen zu klären. Gelegentlich muss ich auch zu den Kontrollbrücken und Kontrollsäulen, wenn dort etwas ansteht. Meine Hauptaufgabe ist aber die Betreuung der Servicepartner im In- und Ausland.

Was ist in den Werkstätten der Servicepartner für Dich zu tun?

Meine Kollegen und ich sorgen dafür, dass die Nutzer des Mautsystems ein intaktes Servicenetz vorfinden. Das heißt konkret, dass ein ausreichend großes Netz an Werkstätten zur Verfügung stehen muss. Denn aktuell sind weit mehr als eine Million On-Board Units in mautpflichtigen Fahrzeugen eingebaut.

Wir zertifizieren unsere Servicepartner. Das heißt, sie müssen unseren Anforderungen beim Einbau der OBU, bei der Betreuung der Kunden und in allen administrativem Punkten gerecht werden. Unsere Aufgabe ist es also, Werkstätten zu finden, sie zu zertifizieren, die Mitarbeiter zu schulen und bei allen Fragen zu betreuen. Und dafür sind wir eben viel unterwegs.

Und welche Fragen haben die Servicepartner?

Die haben meist nichts mit dem Toll Collect-System zu tun, denn das läuft stabil und zuverlässig. Eher fragen sie mich nach der Maut bei Reisebussen, 3,5-Tonnern oder Pkw. Auch EETS ist ein Thema oder wann das Toll Collect-System in ganz Europa eingesetzt wird. Dazu kann ich natürlich nichts sagen. Toll Collect betreibt die Lkw-Maut in Deutschland. Und die gilt für alle Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen.

Was macht Dir Spaß an Deiner Arbeit?

Ich mag generell die Arbeit mit Menschen. Dazu kommt, dass wir ein tolles Produkt haben. Wenn man das mit vielen Kollegen und Partnern umsetzen kann, gemeinsam Aufgaben lösen kann, dann hat man ein schönes Gefühl. Das macht am meisten Spaß.

Wie oft bist Du für Toll Collect im Ausland unterwegs?

Meistens fahre ich ein bis zwei Mal pro Jahr zu den Servicepartnern im Ausland. In Italien bin ich aber öfter unterwegs – das ist dann aber privat. Ich mache seit langer Zeit mindestens vier Wochen pro Jahr dort Urlaub.

Noch braucht Steffen Draheim einen Dolmetscher auf seinen Dienstreisen nach Italien. Hier sind die bei einem Servicepartner in Bergamo. Foto: Steffen Draheim

Warum bist Du so gerne dort?

Mich fasziniert die Geschichte des Landes, der Ursprung und wie die Menschen mit dieser Tradition umgehen. Egal ob sie arbeiten, leben, essen, fröhlich sind oder traurig. Sie machen alles mit Herz. Und wie ein berühmter Dichter schon sagte – dem dieses Land auch sehr am Herzen lag: Reisen bildet. Ich versuche immer, so viel wie möglich an Kultur, Tradition und dem Leben der Menschen vor Ort aufzusaugen – und natürlich die Sprache weiter zu erlernen.

 

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