Landschaft mit grünem Feld und Bäumen bei leicht bewölktem Himmel
05.03.2021 | Jana Mollenhauer

Eco Performance Award 2020: Das sind die Finalisten

Der Eco Performance Award für Nachhaltigkeit im Straßengüterverkehr wird am 18. März 2021 vergeben. Fünf Unternehmen sind in den Kategorien Startups, kleine und mittelständische Unternehmen, Großunternehmen sowie in der Sonderkategorie „Transformer of the year“ nominiert. Mit diesen Projekten haben sich die Finalisten beworben.

Startups

Mit Park Your Truck zu neuen Parkplätzen

Die Park Your Truck GmbH findet neue, bisher nicht als Lkw-Stellplätze genutzte Parkflächen. Das Startup stellt diese den Transportunternehmen und Lkw-Fahrer*innen mit einem Reservierungssystem zur Verfügung. Als Flächen eignen sich Parkplätze von Messen, Stadien oder Flughäfen sowie Betriebshöfe, Lkw-Servicewerkstätten und Tankstellen, die nah an Autobahnen und Schnellstraßen liegen. Bisher hat das Unternehmen 10.000 Stellplätze generiert. Im Jahr 2021 sollen weitere 20.000 hinzukommen. Bereits heute finanzieren viele Unternehmen ihren Lieferanten das Parken auf gesicherten, reservierbaren Lkw-Parkplätzen von Park Your Truck.

Dieses Reservierungssystem erspart den Fahrer*innen die langwierige Parkplatzsuche. Allein dadurch werden pro Lkw und Tag bis zu 16 Kilogramm CO2 eingespart. Hochgerechnet auf ein Jahr sind das knapp 5 Tonnen CO2 pro Lkw. Ein weiterer großer Vorteil für die Fahrer*innen: Diese Parkplätze sind sicher und verfügen über eine gute Infrastruktur mit sanitären Einrichtungen und Verpflegungsmöglichkeiten in der Nähe. So geht es entspannt in den Feierabend.

Denise Schuster von Park Your Truck steht auf einem Lkw-Parkplatz

Denise Schuster, Geschäftsführerin von Park Your Truck, aquiriert vorhandene Flächen als zusätzliche Lkw-Parkplätze

Der Toll Collect-Blog sprach im vergangenen Jahr mit der Geschäftsführerin Denise Schuster über die Vorteile von reservierten Parkplätzen für Transportunternehmen.

Mittelstand

Schöni Transport AG will 2023 CO2-neutral fahren

„Wir haben uns zum Ziel gesetzt, als erstes Schweizer Transportunternehmen bis Ende 2023 komplett CO2-neutral zu fahren und dies mindestens zu 80 % durch eigene Maßnahmen,“ sagt Daniel Schöni, Chef der Schöni Transport AG.

Der Fuhrpark des Schweizer Unternehmens besteht komplett aus emissionsarmen EURO-6-Fahrzeugen. Um seine selbst gesteckten Ziele zu erreichen, setzt Schöni auf einen Mix aus alternativen Antrieben.

Eine Maßnahme, um CO2 einzusparen, ist der Einsatz von Biodiesel. Im Jahr 2021 wird die erste reine Biodiesel-Flotte (zehn Lkw) in Betrieb genommen. Im Jahr 2019 nahmen die Schweizer die ersten LNG-Lkw (Erdgas) in Betrieb. Mittlerweile zählt die Erdgas-Lkw-Flotte 25 Fahrzeuge. Mit dem Einsatz von Bio- oder biogenem Gas aus nachhaltigen Energiequellen werden in Zukunft rund 90 Prozent CO2 eingespart; Stickstoffmonoxide und -dioxide sinken um 85 Prozent. Wasserstoffmobilität bietet weitere Voraussetzungen, CO2-Emissionen im Straßenverkehr zu reduzieren. In diesem Jahr wird der erste Lkw mit Wasserstoff-Antrieb angeschafft.

Erdgasbetriebener grüner Lkw der Schöni Transport AG

2,4 Mio. Kilometer hat Schöni mit seiner erdgasbetriebenen Flotte seit 2019 zurückgelegt

Seit 16 Jahren setzt das Unternehmen auf den unbegleiteten kombinierten Güterverkehr. Seitdem beförderte es über 150.000 Auflieger mit der Bahn über die Alpen. Die Reduzierung des CO2-Ausstoßes beträgt mehr als 30.000 Tonnen.

Großunternehmen

Integre Trans setzt auf Erdgas

Die litauische Transport- und Logistikfirma Integre Trans verfügt mit mehr als 500 Sattelschleppern über eine hochmoderne Fahrzeugflotte. Alle Lkw erfüllen die Norm EURO 6 und sind mit neuesten Navigations- und Frachtverfolgungssystemen ausgestattet.

Bei der Anschaffung neuer Lkw setzt das Unternehmen auf erdgasbetriebene Fahrzeuge. Dadurch reduziert sich der CO2-Ausstoß deutlich und der Verbrauch pro Fahrzeug sinkt im Vergleich zum Diesel um bis zu 38 Prozent. Erdgas statt Diesel als Treibstoff macht die Sattelschlepper um die Hälfte ruhiger.

Das Team von Integre Trans steht auf einer grünen Wiese

Integre Trans setzt auf erdgasbetriebene Fahrzeuge, um CO2-Emissionen zu reduzieren

Bis zum Jahr 2025 werden zehn Prozent der gesamten Fahrzeugflotte auf Erdgas umgestellt. Die Verlagerung von Langstreckentransporten von der Straße auf die Schiene soll in den nächsten Jahren dazu beitragen, die Emissionen weiter zu reduzieren. Der Treibstoffverbrauch auf der Schiene liegt deutlich unter dem von Lkw. Der Einsatz weiterer digitaler Technologien soll in den nächsten vier Jahren den Verkehrsfluss optimieren und die Verkehrssicherheit erhöhen.

Contargo-Schiffe fahren auch bei Niedrigwasser

Contargo verbindet den Containerverkehr zwischen Rotterdam und Antwerpen, den deutschen Nordseehäfen und dem europäischen Hinterland. Das Unternehmen betreibt eigene Terminals als Knotenpunkte. Es nutzt eigene Transportlinien per Binnenschiff, Zug und Direkt-Lkw als Verbindungen.

Bis zum Jahr 2050 will das Unternehmen komplett auf Kohlenstoff verzichten (Dekarbonisierung). Um das zu erreichen, setzt Contargo auf den kombinierten Verkehr. Das heißt, ein Großteil der Transporte wird auf Schiene und Wasserstraße verlagert. Im Vergleich zum Lkw-Transport spart das Unternehmen so bereits heute bis zu 63 Prozent der CO2-Emissionen ein.

Im Jahr 2019 wurden die ersten schweren E-Lkw in Betrieb genommen. Ein Jahr später wurde an allen deutschen Terminal-Standorten auf Ökostrom umgestellt. Zum Verladen der Container kommen moderne Hybrid-Reachstacker (Greifstapler) zum Einsatz.

Weißer Lkw von CONTARGOelectric

Mit E-Mobilität möchte Contargo bis zum Jahr 2050 CO2-frei werden

Vier Schiffe wurden von Contargo so verändert, dass sie 130 statt 150 cm tief im Wasser liegen. Dank dieser Maßnahme transportieren die Schiffe bei Niedrigwasser 200 bis 300 Tonnen mehr. Diese Mengen müssen nicht mehr auf Lkw verfrachtet werden.

Genossenschaft Migros Ostschweiz: Vermeiden, Verlagern und Verbessern

Die Genossenschaft Migros Ostschweiz gehört zum größten privaten Arbeitgeber der Schweiz (Migros Gruppe). Vermeiden, Verlagern und Verbessern bilden den Kern der Nachhaltigkeitsstrategie der Genossenschaft. Unter dem Motto „Vermeiden ist die effektivste Nachhaltigkeitsmaßnahme“ hat das Unternehmen seine Fuhrenplanung tiefgreifend überarbeitet. Die bessere Auslastung und optimierte Tourenpläne vermeiden Leerfahrten und reduzieren Lkw-Kilometer. Verlagert werden vor allem Langstreckentransporte auf die Schiene.

Verbesserungen beim Beladen helfen, die Fahrzeuge optimal auszulasten. In der Ausbildung der Fahrer*innen stehen ökonomisches und ökologisches Fahren im Vordergrund. Dabei wird ein professioneller Lkw-Simulator eingesetzt.

Eine Grafik zeigt, wie die nächste Transport-Generation bei Migros aussehen soll

Migros setzt auf alternative Antriebstechnologien

Das Unternehmen analysiert kontinuierlich Flottendaten. Dadurch gewinnt Migros Ostschweiz Erkenntnisse über die Auswirkungen unterschiedlicher Antriebsarten auf die Routenfahrbarkeit. Konkrete CO2-Einsparungen werden bei der Flottenbeschaffung berücksichtigt.

Toll Collect wünscht allen Nominierten für den Eco Performance Award viel Glück und Erfolg.

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