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22.01.2018 | Stephanie Kunert

Die wichtigsten Änderungen im Lkw-Mautsystem

Ab 1. Juli 2018 wird auf allen Bundesstraßen die Lkw-Maut erhoben. Damit kommen auch Veränderungen im Lkw-Mautsystem auf Transportunternehmen und Fahrer zu. Welche das sind, fasst der Blogbeitrag zusammen.

Toll Collect bereitet das Lkw-Mautsystem technisch auf die neuen Herausforderungen, die die Ausweitung der Gebührenpflicht auf alle Bundesstraßen mit sich bringt, vor. Die Mautpflicht gilt ab 1. Juli 2018 für Kraftfahrzeuge und Fahrzeugkombinationen ab 7,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht auf Autobahnen und knapp 40.000 Kilometer Bundesstraßen. Die technischen Weiterentwicklungen im Lkw-Mautsystem betreffen sowohl die Einbuchungsmöglichkeiten als auch die Kontrolle auf den Bundesstraßen.

Kein Mautbetrag auf der OBU

Das automatische Einbuchungsverfahren wird seit Oktober letzten Jahres umgestellt: von einer dezentralen auf eine zentrale Mauterhebung. Das heißt konkret: Bisher hat die OBU den Mautbetrag errechnet. Jetzt sendet die OBU die Fahrdaten und die fahrzeugspezifischen Daten an ein Rechenzentrum. Dort wird der Mautbetrag berechnet. Unternehmen müssen für die Umstellung auf die zentrale Mauterhebung nichts tun, ein Werkstattbesuch ist nicht nötig.

Die Umstellung auf die zentrale Mauterhebung läuft seit Ende Oktober 2017. Foto: Norbert Michalke

Die Umstellung führt dazu, dass die OBU den Mautbetrag nicht mehr anzeigt. Auf dem Display erscheinen zukünftig während der Fahrt die Achszahl, in welchem Land der mautpflichtige Lkw unterwegs ist (DE, AT) und die Gewichtsangabe ≥7,5 Tonnen. Dass das Fahrzeuggerät erhebungsbereit ist, wird durch die grün leuchtende LED signalisiert.

Warum ist das so? Das mautpflichtige Streckennetz vergrößert sich ab dem 1. Juli 2018 von heute 15.000 auf 52.000 Kilometer. Gerade auf den Bundesstraßen ändert sich vieles schneller und öfter als bisher z.B. aufgrund von Baustellen, Umleitungen oder Durchfahrverboten. Dadurch müssen die Streckendaten, die die Grundlage für die Mautberechnung sind, sehr viel schneller als bisher angepasst werden. Das ist so mit dem bisherigen Verfahren und seinen Vorlaufzeiten beim Rollout neuer Streckendaten auf ca. 1,2 Million OBUs nicht zu bewerkstelligen. Um schnell auf die Veränderungen auf den Bundesstraßen reagieren zu können, wird die Mauterhebung daher umgestellt.

Kunden-Portal bietet die nötigen Infos

In der Rubrik „Nicht abgerechnete Fahrten“ gibt es Informationen zu den einzelnen Fahrten. Foto: Berthold Litjes.

Informationen zu den einzelnen Fahrten können die Transportunterehmer und Fahrer im Kunden-Portal unter „Nicht abgerechnete Fahrten“ nach spätestens 48 Stunden – in der Regel deutlich früher – sehen. Wenn man für die einzelnen Fahrten und Kunden Kostenstellen in der OBU vergibt, gelingt die Zuordnung später auch leichter.

Will der Fahrer die Mautbeträge im Vorfeld berechnen oder vor Ort dem verladenden Kunden gegenüber dokumentieren, kann er die Online-Einbuchung, die auch mit Smartphone oder Tablet funktioniert, nutzen. Durch Eingabe von Start und Zielpunkt und aller Daten, die für die Berechnung der Maut nötig sind, kann er den Mautbetrag ermitteln. Wichtig ist dabei, dass er die Buchung nicht abschließt und zahlt.

Manuelle Einbuchung kundenfreundlicher

Wer regelmäßig manuell einbucht, sieht derzeit auch: Da tut sich einiges. Seit Dezember gibt es eine neue Online-Einbuchung, die über stationäre PCs oder mobil über Smartphone und Tablet möglich ist. Und derzeit werden neue Terminals überall im Land aufgestellt. Die verschiedenen Einbuchungswege bieten jedem registrierten und nicht registrierten Nutzer den passenden Zugang. Komplett macht das Angebot die neue App, die sich die Fahrer und Transportunternehmer auf ihr Handy laden können. Sie erscheint in den kommenden Wochen in den App-Stores.

Noch mehr Neues bei der manuellen Einbuchung: Auch nicht registrierte Kunden können nun online über das Internet buchen. Dafür legen sie sich ein Einbuchungskonto an. Damit haben sie die Möglichkeit, oft genutzte Strecken und Fahrzeuge sowie das Zahlungsmittel zu speichern. Und damit die Kunden über Tablet und Smartphone einfach und unkompliziert bezahlen können, führt Toll Collect als Bargeldersatz die paysafecard ein. Sie ist in vielen Geschäften, Postämtern, an Kiosken und online erhältlich.

Kontrollsäulen erobern die Bundesstraßen

Der Aufbau der Kontrollsäulen an den Bundesstraßen hat begonnen. Ab Mitte nächsten Jahres sollen rund 600 Kontrollsäulen die mobilen Kontrollen des Bundesamtes für Güterverkehr unterstützen. Die Kontrollsäulen an Bundesstraßen sind stationäre Einrichtungen, die seitlich neben der Fahrbahn stehen. Beim Vorbeifahren eines Fahrzeuges kontrollieren die Säulen, ob dieses mautpflichtig ist, ob die OBU erhebungsbereit ist und ob der Fahrer die Achszahl korrekt angegeben hat.

Rund 600 Kontrollsäulen kontrollieren zukünftig die Lkw-Maut auf Bundesstraßen. Foto: Marco Urban

Technisch sind die Kontrollsäulen mit ähnlichen Funktionen ausgestattet wie die auf den Autobahnen installierten Kontrollbrücken. Passiert ein Fahrzeug eine Kontrollsäule, werden ein Übersichts-, ein Seitenansichts- und ein Kennzeichenbild erstellt. Im automatischen Verfahren sendet das Fahrzeuggerät die eingestellten sowie die auf der On-Board Unit gespeicherten Daten an die Kontrollsäule. Für die Richtigkeit der zu übermittelnden Daten sind das Transportunternehmen und der Fahrer verantwortlich.

Und Achtung: Niemand muss vor dem Passieren der Kontrollsäule bremsen, denn sie dienen nicht der Geschwindigkeitsüberwachung. Verkehrsteilnehmer können die Kontrollsäulen von „Blitzersäulen“ dadurch unterscheiden, dass sie nicht nur blau und grün lackiert, sondern auch vier Meter hoch sind.

Hintergrundinformationen zum neuen Lkw-Mautsystem

www.toll-collect.de/maut2018

www.toll-collect.de/pressemitteilungen/

Infofilm

Kommentare (5)

C. Schäfer
14.02.2018 15:38

Hi, wie ist der Stand mit roten Kennzeichen zB neue sattelzugmaschinen Überführung vom Werk zum Kunden .gerichtsurteil von Köln wie sieht es nun aus.?..?

Stephanie Kunert
15.02.2018 12:09

Hallo, bitte wenden Sie sich bei Fragen rund um Mautbefreiung an das Bundesamt für Güterverkehr.
Viele Grüße
Stephanie Kunert

Stefan Poth
21.02.2018 11:43

hallo, seit der Umstellung auf zentrale Datenerfassung der Maut können wir bei
unserem Leih-LKW die Maut nicht mehr kontrollieren und sind den Angaben
vom Vermieter ausgeliefert
Hier hat man nicht mitgedacht
Es kann doch im Zeitalter des techn. Fortschrittes kein Problem sein auch weiterhin
den Mautbetrag anzuzeigen wie bisher

erwin stockinger
14.03.2018 15:25

Maut an der b 533 von Hengersberg und Freyung ab wann.Gruss Srockinger

Stephanie Kunert
15.03.2018 09:34

Sehr geehrter Herr Stockinger,
alle Bundesstraßen werden ab dem 1. Juli 2018 für alle Fahrzeuge und Fahrzeugkombinationen ab einem zulässigen Gesamtgewicht von 7,5 Tonnen mautpflichtig.
Mit freundlichen Grüßen
Stephanie Kunert