12.01.2016 | Oliver Jesgulke

Deutschland – dein Straßennetz

Deutschland hat mit mehr als 620.000 Kilometern Länge das dichteste Straßennetz Europas – eine Strecke, die fast 16-mal um den Äquator reichen würde. Welche verschiedene Straßentypen es gibt, wer sie finanziert und wartet, erfahren Sie in unserem Blogbeitrag.

Tag für Tag legen unzählige Pkw, Lastwagen, Busse und Motorräder zusammen weit mehr als drei Milliarden Kilometer auf deutschen Straßen zurück. Nach Angaben der Bundesanstalt für Straßenwesen (BAST) umfasst das gesamte Straßennetz heute fast 13.000 Kilometer Autobahn und 41.000 Kilometer Bundesstraßen. Dazu kommen 87.000 Kilometer Landesstraßen, 91.000 Kilometer Kreis- und rund 395.000 Kilometer Gemeindestraßen.

Ein Großteil davon wurde in den 1950er- und 1960er-Jahren errichtet. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurden vor allem das Autobahn- und das Bundesstraßennetz im Rahmen der „Verkehrsprojekte Deutsche Einheit“ erweitert. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung hat berechnet, dass das hiesige Straßensystem 2012 einem Brutto-Anlagevermögen von über 480 Milliarden Euro entsprach. Davon entfallen etwas mehr als 40 Prozent auf die Bundesfernstraßen, also auf Autobahnen und Bundesstraßen.

Wer finanziert unser Straßennetz?

Während der Bund die Finanzierung für Neu- und Ausbauten der Bundesfernstraßen und deren Bewirtschaftung trägt, sind die Bundesländer wesentlich für die Planung, Baumaßnahmen sowie für den Erhalt und Betrieb verantwortlich. Die notwendigen Haushaltsmittel werden dazu vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur zugewiesen. Diesem stehen dafür Teile der Mineralöl- und Kfz-Steuer sowie die Lkw-Maut zur Verfügung. Wo und zu welchem Zeitpunkt neue Straßenabschnitte gebaut werden, wird auf Grundlage des Bundesverkehrswegeplans durch den Bund entschieden. Die Länder stellen dazu ihre Bedarfsanforderung.

Diese sind wiederum selbst für die Finanzierung von Landesstraßen verantwortlich. Für die Kreisstraßen tragen dagegen die Landkreise und kreisfreien Städte, für Gemeindestraßen die Städte und Gemeinden die finanzielle Last. Abweichende Regelungen gibt es für Ortsdurchfahrten von Bundes-, Landes- und Kreisstraßen in größeren Städten. Dort liegt die Straßenbaulast nur bei Städten und Gemeinden mit mehr als 80.000 Einwohnern.

Wer wartet unser Straßennetz?

Für die Wartung der Autobahnen sind rund 180 Autobahnmeistereien zuständig, für Bundes-, Landes- und Kreisstraßen etwa 580 Straßenmeistereien. Gemeindestraßen oder sonstige Straßen und Wege werden von kommunalen Bauhöfen betreut. Nach Angaben des Verbands Deutscher Straßenwärter sind rund 30.000 Fachkräfte bundesweit für die Kontrolle, Wartung und Instandhaltung des gesamten Straßennetzes im Einsatz.

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