14.02.2018 | Paula Bergmann

Best BKF: „Berufskraftfahrer sein bedeutet mehr als nur Fahren“

Bis zum 7. Mai 2018 können Azubis ihr Wissen im Wettbewerb „Best BKF“ unter Beweis stellen. Katrin Geißler-Schmidt erklärt, was das Besondere am Job als Berufskraftfahrer ist.

Katrin Geißler-Schmidt ist Verlagsleiterin beim Verlag Heinrich Vogel. Der Verlag ist zuständig für die Veröffentlichung von Fachzeitschriften wie „VerkehrsRundschau“ und „Trucker“.

Es wird gesucht: Best BKF 2018

Der Wissenswettbewerb „Best BKF“ findet dieses Jahr zum fünften Mal statt. Können Sie kurz für unsere Leser veranschaulichen, worum es dabei geht? Was ist das Ziel des Wettbewerbs?

Katrin Geißler-Schmidt: BEST BKF ist Deutschlands erster Wettbewerb für angehende Berufskraftfahrer (BKF) im Güterverkehr. Der Wettbewerb zielt darauf, qualifizierten Nachwuchs zu finden und das Image des Berufskraftfahrers zu verbessern. Der langfristig angelegte und anspruchsvolle Wissenswettbewerb gibt den Azubis die Möglichkeit, ihr in der Ausbildung erworbenes Wissen unter Beweis zu stellen und sich mit anderen zu messen.

Welche Gewinne können die Teilnehmer mit nach Hause nehmen?

Katrin Geißler-Schmidt: Es gibt Geldpreise im Gesamtwert von 6.000 Euro zu gewinnen – sowie eine Einladung zum Truck Grand Prix am Nürburgring. Außerdem haben alle Azubis die Möglichkeit ein Fahrertraining bei Mercedes-Benz zu gewinnen. Der Lkw-Hersteller mit dem Stern lädt 20 BEST BKF-Teilnehmer zu einem eintägigen Eco-Training Plus ein. Die Top-25 erhalten zudem ein kostenloses TRUCKER-Jahresabo, eine Urkunde und einen Eintrag in den Top-BEST-BKF-Katalog.

Die drei Best BKF aus dem Jahr 2017 auf dem Toll Collect-Stand beim Truck Grand Prix

 Wie können Interessenten daran teilnehmen?

Katrin Geißler-Schmidt: Die Teilnahme am Wettbewerb erfolgt nur online über www.best-bkf.de. Dort können sich die Azubis registrieren und die vier Fragebögen online ausfüllen. Sollten während des Wettbewerbs Fragen auftauchen, können diese im Forum gepostet werden. Der Einsendeschluss für alle vier Fragebögen ist am 7.Mai 2018.

Der Wettbewerb läuft schon seit vier Wochen. Wie sind die Zahlen?

Katrin Geißler-Schmidt: Momentan haben wir bereits 357 Teilnehmer. Da sich viele kurzfristig vor Ablauf der Wettbewerbsrunde erst registrieren und die Berufsschulen versetzte Unterrichtsblöcke haben, ist das nach vier Wochen Laufzeit ein guter Wert.

Von wem wird der Wettbewerb „Best BKF“ organisiert und unterstützt?

Katrin Geißler-Schmidt: BEST BKF wurde von „Hallo, Zukunft!“ und dem Unternehmen Toll Collect initiiert. Toll Collect unterstützt diesen Wettbewerb seit 2013. „Hallo, Zukunft!“ ist eine Nachwuchsinitiative, die Jugendliche für die zahlreichen Ausbildungsmöglichkeiten in der Transport- und Logistikbranche begeistern möchte. Bei diesem speziellen Wettbewerb stehen die angehenden Berufskraftfahrer im Mittelpunkt.

Ausbildung zum Berufskraftfahrer in Deutschland

Warum sollten Jugendliche eine Ausbildung als Berufskraftfahrer machen? Was ist die Besonderheit dieses Jobs?

Katrin Geißler-Schmidt im Interview. Foto: privat

Katrin Geißler-Schmidt: Als Berufskraftfahrer hat man vielfältige Aufgaben und Tätigkeiten, so dass es sicherlich nie langweilig wird. Berufskraftfahrer sein bedeutet mehr als nur Fahren: Man plant die Routen selbstständig, das Equipment wird durch den Einsatz von IT immer anspruchsvoller, man ist das Gesicht der Logistik nach draußen, hilft beim Be- und Entladen, sichert die Ladung und erledigt sogar kleine Reparaturen am Fahrzeug selbst.

Welche Voraussetzungen müssen junge Leute erfüllen, um als Berufskraftfahrer beschäftigt zu sein?

Katrin Geißler-Schmidt: Sie sollten zumindest einen Hauptschulabschluss haben. 2016 waren ein Drittel aller Neustarter mit Realschulabschluss dabei. Die Ausbildung zum Berufskraftfahrer dauert drei Jahre. Wichtige  theoretische und praktische Ausbildungsinhalte sind beispielsweise die technische Pflege des Fahrzeugs, das Verladen von Gütern, Tourenplanung aber auch der Umgang mit neuen technologischen Hilfsmitteln. Zu guter Letzt müssen Azubis zuverlässig sein und ein großes Verantwortungsbewusstsein mitbringen.

Wie viele BKF-Azubis gibt es derzeit in Deutschland?

Katrin Geißler-Schmidt: Ganz genaue Zahlen von 2017 liegen noch nicht vor. 2016 haben 2976 Schüler die Ausbildung begonnen. Wenn man davon ausgeht, dass in jedem Jahr 3.000 Azubis starten und die Ausbildung ja drei Jahre dauert, sollten es derzeit ungefähr 9.000 BKF-Azubis in Deutschland sein. Das ist eindeutig zu wenig.

Frauen hinter das Lenkrad!

Der steigende Nachwuchsmangel bewirkt ein Umdenken in der Transport- und Logistikbranche: Frauen sind nun mehr denn je gefragt. Noch gibt es wenige Lkw-Fahrerinnen. Das soll sich in Zukunft ändern.

Wie viele Mädchen beginnen eine Ausbildung als Berufskraftfahrerin? Können sie diesen Job überhaupt?

Katrin Geißler-Schmidt: Es sind derzeit nicht mehr als fünf Prozent der BKF-Azubis Mädchen. Das ist sehr schade. Natürlich können sie den Job. Viele Mädchen wollen gar nicht mehr in die „klassischen“ Mädchenberufe. Also „why not“ auch als Fahrerin?

Was tut „Hallo, Zukunft!“  dafür, um die Ausbildung für Frauen attraktiver zu gestalten?

Katrin Geißler-Schmidt: Wir haben unter „Hallo, Zukunft“ eine Aktion mit der YouTuberin Joyce Ilg gestartet. In einem Video zeigt sie, wie abwechslungsreich die Arbeit als Berufskraftfahrerin ist und dass man diesem Beruf als Frau gewachsen sein kann. Wir sind ganz gespannt, wie das einschlägt.

Hintergrund:

Joyce Ilg, startete ihren Youtube-Kanal „Joyce“ 2013 und zählt bis heute 1.240.632 Abonnenten. Das genannte Video können Sie sich in voller Länge hier oder auch auf Joyce‘ Youtubekanal  anschauen.

Kommentare (0)